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Böhm, S. (2010). Ecology of the chelid turtles platemys platycephala, mesoclemmys gibba and mesoclemmys nasuta in french guyana. with notes on short term migrations and dietary spectrum of platemys platycephala in the nouragues field reserve, french guyana. Unpublished thesis , Universität Wien. 
Added by: Sarina Wunderlich (06 Jul 2014 16:10:32 UTC)
Resource type: Thesis/Dissertation
BibTeX citation key: anon2010o
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Categories: General
Keywords: Ernährung - nutrition, Habitat - habitat, Haltung - husbandry, Pyxis arachnoides, Schildkröten - turtles + tortoises, Südamerika - South America, Testudinidae
Creators: Böhm
Publisher: Universität Wien
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Abstract     
Obwohl Französisch Guyana ein relative kleines, in Größe mit Österreich vergleichbares, Land ist, zeigt es eine beeindruckende Diversität an Schildkröten: 14 Arten der Ordnung Testudines kommen auf einer Fläche von 86.504 km² vor. Von diesen 14 Arten gehören viele zu wissenschaftlich unterrepräsentierten Familien wie auch die cheliden Schildkröten Mesoclemmys gibba, Mesoclemmys nastua und Platemys platycephala. Diese drei Arten werden regelmäßig in der Reserve Naturelle de Nouragues, einem Schutzgebiet in Französisch Guyana, angetroffen. In dieser Arbeit wird eine zusammenfassende Übersicht von Aspekten der Ökologie dieser drei cheliden Arten gegeben. Jede Art wird detailliert anhand von Vergleichen mit Museumsexemplaren beschrieben. Aufzeichnungen über die Verbreitung in Französisch Guyana wurden in Verbreitungskarten dargestellt. Daten über Habitat und Aktivität, Ernährung und Fortpflanzung aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet mit besonderem Fokus auf Französisch Guyana, aquiriert aus der zugänglichen wissenschaftlichen Literatur werden besprochen und verglichen. Wegen des Mangels an Daten zu bestimmten Aspekten der Life-History wie Inkubationsdauer, Paarung und Ernährung wurde auch Liebhaberliteratur mit Daten aus der Haltung einbezogen, allerdings in separaten Kapiteln. Aufzeichnungen über Funde von Mesoclemmys gibba sind hauptsächlich über die küstennahen Gebiete von Französisch Guyana verteilt, aufgrund ihrer pan-amazonischen Verbreitung ist es aber wahrscheinlich, dass die Art auch in den südlichen Teilen des Landes vorkommt. Es handelt sich um eine scheue Spezies, die in ihren Anforderungen an das Habitat nicht besonders beschränkt ist, solange es ein wenig Wasser und typische Futterelemente wie Amphibienlarven, Insekten und Würmer gibt. Algen und Pflanzensamen wurden auch als von wild lebenden Tieren aufgenommene Nahrung berichtet. Mesoclemmys gibba scheint sehr anpassungsfähig an variierende Habitatbedingungen zu sein und es wird auch über Ästivation unter für die Schildkröten ungünstigen Bedingungen berichtet. Unter natürlichen Bedingungen ist kein Paarungsverhalten beschrieben und es gibt nur wenige Daten über Reproduktion in der Natur. Typischerweise werden zwei bis vier Eier in flache Gruben abgelegt und mit Blättern bedeckt. In Französisch Guyana werden die Eier während der Trockenzeit gelegt und Schlüpflinge erscheinen fünf bis sechs Monate später zu Beginn der Regenzeit. Mehrere Berichte über die Haltung und Zucht von M. nasuta in menschlicher Obhut sind vorhanden, die sie als ruhige Art beschreiben, welche sich leicht an die Terrarienhaltung anpasst. Mesoclemmys nasuta ist eine endemische Art für den Guyanaschild und wird seit 1987 als eigenständig von der nah verwandten Art M. raniceps angesehen. Daher muss beim Lesen der älteren Literatur Vorsicht geboten sein, um nicht Daten von Guyana-Populationen mit denen von außerhalb Französisch Guyanas zu vermischen. Die Art kann in kleinen Waldbächen und Tümpeln im gesamten Land angetroffen werden, aber wegen ihrer versteckten Lebensweise sind Beobachtungen selten. M. nasuta scheint eng and Wasserkörper einer gewissen Größe gebunden zu sein, denn es gibt keine Berichte von über Land wandernden oder ästivierenden Tieren. Kotanalysen von frisch gefangenen Tieren zeigten, dass Krabben, Käfer und Teile von Früchten, Pflanzen und Samen als Nahrungsquelle genutzt werden. Daten über Paarung und Fortpflanzung in der Natur sowie in der Haltung sind nicht vorhanden. Wie auch M. gibba ist auch Platemys platycephala eine Art mit einer weitreichenden Verbreitung über das gesamte amazonische Südamerika. Sie ist von mehreren über Französisch Guyana verteilten Lokalitäten bekannt, scheint aber Wälder mit geschlossenem Kronendach und temporäre Tümpel zu bevorzugen. Beobachtungen an wildlebenden Exemplaren werden oftmals gemacht, während sie nach Nahrung suchen, was hauptsächlich in kleinen Wasserkörpern passiert. Zum Ruhen suchen sich die Tiere umgefallene Baumstämme aus oder graben sich in Blätter an der Wurzel eines Baumes ein. Niederschlag scheint eine bedeutende Rolle im Leben von P. platycephala zu spielen und es wird vermutet, dass die Art während der Trockenzeit ästiviert. Keine direkten Beobachtungen der Nahrungsaufnahme sind derzeit in der Literatur vorhanden, aber Magenspülungen und Beobachtungen an Exemplaren in menschlicher Obhut weisen darauf hin, dass sie sich von Kaulquappen, Amphibieneiern, kleinen Insekten und Würmern ernähren. Ein Paarungsverhalten ist in der Natur und in menschlicher Obhut beschrieben. Weibchen legen nur ein einzelnes Ei pro Gelege ab, aber mehrere Gelege pro Saison sind möglich. Die Inkubationszeit in der Natur ist unbekannt, aber in der Haltung erscheinen Schlüpflinge nach ungefähr 180 Tagen.
Added by: Sarina Wunderlich  
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